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Ab
2004 sind Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn Mitglieder
der EU. Obwohl diese Länder unmittelbare Nachbarn Deutschlands bzw.
Österreichs sind, bleibt Popmusik aus diesen Ländern ein gut behütetes
Geheimnis. Dabei haben alle fünf Länder abwechslungsreiche Musikszenen,
jenseits der im Westen noch verhafteten Folkloreklischees; einheimische
Rock-, Independent und Danceacts können gesunde Marktanteile in
ihren jeweiligen Ursprungsländern ergattern, auch wenn sie seltener
den Sprung nach Westen schaffen.
Wie ihre westeuropäischen, japanischen, nord- und lateinamerikanischen
Kollegen produzieren auch Musiker aus Mittel- und Osteuropa Musikvideos,
um ein bestimmtes Image zu kultivieren, um ihr Publikum zu finden
und zu binden. Und das nicht erst, als kapitalistische Geschäftsformen
Einzug in die Musikindustrien der postsozialistischen Länder gefunden
haben. Die Verbindung von 'sound and vision' genießt in Mittel-
und Osteuropa eine lange Tradition. Im synästhetischen Geiste der
Farborgel des russischen Komponisten Aleksandr Skriabin oder der
Prager 'Laterna magica' haben Filmemacher bzw. Videokünstler und
Musiker stets die gegenseitige Nähe gesucht; manchmal verbanden
sich beide Funktionen in Personalunion.
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