|
Selbst
David Cronenberg hat es inzwischen schwerer mit seinen Filmen in
dt. Kinos zu landen und nach einer langen Odyssee ist SPIDER nun
endlich bei uns angekommen. Mit Sicherheit liegt das an dem Stoff
und der Erzählweise, bewußt das Risiko kalkulierend mit seiner introvertierten
Herangehensweise die Erwartungshaltungen zu unterlaufen. Wenn einer
aus dem Zug steigt, wie R. Fiennes in der Anfangssequenz, wird einem
schlagartig bewußt, daß hier eine verlorene Existenz versucht eine
niederschmetternde Last seiner Vergangenheit loszuwerden. Und die
trägt er in seinem Kopf als Visionen und Wahrneh-mungsstörungen,
wieder einmal meisterhaft inszeniert, indem er eine Filmsprache
erfindet, die von innen heraus erzählt. Das Gefühl sich während
des Films die ganze Zeit im Kopf des Protagonisten zu befinden,
ist schon beängstigend und die damit verbundene Familiengeschichte,
ist natürlich der pure Horror. Nur versteht es Cronenberg wie in
allen seinen Filmen den Horror so zu vermitteln, daß am Schluß wieder
das Gefühl einer ganz eigenen Schönheit hängenbleibt, die selbst
das schlimmste Leben schimmern läßt.
|